Wanderausstellung „Das Baltikum und die Deutschen“

Im  Museum für Heimatkunde und Kunst  der  Stadt Daugavpils fand  mit der Unterstützung der deutschen Regierung  und  der Deutsch-Baltischen Gesellschaft eine Wanderausstellung  „Das Baltikum und die Deutschen“ statt.  

 
Die Deutsch-Baltische Gesellschaft  in der Zusammenarbeit mit dem Verein der Dünaburger Deutschen „ERFOLG“ organisierte in Daugavpils die Wanderausstellung und  das Seminar „Das Baltikum und die Deutschen“.

Am 16. April  2011 wurde es ofizielle Eroeffnung der Ausstellung im Daugavpils Museum für Heimatkunde und Kunst organisiert. 

In dieser Ausstellung  lernten die Zuschauer die wichtigsten Ereignisse  der Geschichte und   Kultur kennen . Die  Ausstellung umfasst insgesamt 32 Tafeln mit jeweils zwischen 7 und 14 erläuterten Abbildungen. 20 dieser Tafeln sind der Geschichte der Region und ihrer estnischen, lettischen und deutschen Bevölkerung von Anfang 1200 bis 1939 gewidmet. Zwei Tafeln zeigen Bilder aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der sowjetischen Okkupation in Estland und Lettlandund drei weitere solche vom Aufbruch der baltischen Völker in die Freiheit und ihrer Rückkehr in die Gemeinschaft des freien Europa. Dem Schicksal der Deutschbalten von ihrer Umsiedlung aus dem Baltikum bis zur ihrer Wiedereingliederung in Deutschland sowie den Tätigkeiten der Deutsch-Baltischen Gesellschaft sind drei Tafeln gewidmet. Zwei Tafeln schließlich demonstrieren eindrücklich die landschaftlichen und städtebaulichen Schönheiten der baltischen Region . Ergänzt werden die Schautafeln der Ausstellung durch ein Begleitheft in deutscher, lettischer und estnischer Sprache.   

An der Eröffnung der  Ausstellung nahm Professor Eckhart  Neander teil. Er ist in Jelgava\Mitau geboren, zur Zeit lebt in Braunschweig, leitet die Deutsch-Baltische Landesorganisation in Niedersachsen und war von 2005 bis 2010 Bundesvorsitzender der Deutsch-Baltischen Gesellschaft. Die angekündigten Personen waren auch  Frau Gertje Anton  (leitet zugleich die Deutsch-Baltische Organisation im Bundesland Bayern und ist verantwortlich für den Girgensohn-Aderkas-Fonds, einen sich aus Spenden speisenden Hilfsfonds für soziale Notfälle  in Lettland) und Frau Renate Adolphi ( in Riga geboren, Mitglied des Vorstands der Carl-Schirren-Gesellschaft, einer Mitgliedsorganisation der Deutsch-Baltischen Gesellschaft, leitet das umfangreiche Archiv des deutschbaltischen Lebens und Wirkens im Baltikum).

Was aber ist die Deutsch-Baltischen Gesellschaft? Sie ist der Zusammenschluss einer größeren Anzahl von Organisationen, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs im westlichen Teil Deutschlands von Deutschbalten gegründet worden waren.Die Mietgliedsorganisationen  der Deutsch-Baltischen Gesellschaft wirken an verschiedenen Projekten zur Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes den baltischen Staaten mit.

 Gemeinsam suchen sie den Dialog zu Menschen und Institutionen. Sie stehen mit Rat und Tat zur Verfügung in kulturellen (vor allem historischen), gesellschaftlichen, mitunter auch politischen Fragen, die im Dialog zwischen Deutschland und den baltischen Staaten entstehen. So wird die DBGes. zur Brücke für ihre Mitgliedsorganisationen in die baltischen Länder.

Die Ausstellung „ Das Baltikum und die Deutschen” nimmt vor allem Bezug auf den von Esten und Letten besiedelten baltischen Raum und die dort wirkenden Deutschen. Die deutsche und die lettische Kultur verliefen Jahrhunderte lang parallel, beeinflussten und vervollständigten einander jedoch ständig in den mehr als 800 Jahren. Wenn man die Geschichte der Stadt Daugavpils kennenlernt, sieht man den wesentlichen Beitrag der Deutschen, die  die Entwicklung von Wirtschaft und Kultur und das Bild der Stadt geprägt haben, z.B. Dr. Carl Johann Wilhelm Neumann, Nikolaj Hagelstrom, Georg Heckel, Alexander Staubert.

Auch heute leisten die Deutschen  einen Beitrag zur Entwicklung der Stadt. Der Verein der Dünaburger Deutschen „ERFOLG” ist heute der einzige deutsche Verein in Südostlettland.  Der   Verein  präsentiert sich als ein integrierter Teil der multinationalen ethnischen Umgebung der Region Latgale. Eines der Grundziele des Vereins ist es, die Geschichte und Kultur der baltischen Deutschen in Latgale zu erforschen und den lebenden Generationen zugänglich zu machen. Der Verein arbeitet in verschiedenen Bereichen zusammen mit Partnern aus dem Baltikum und Deutschland, um mit dem neuen Inhalt alte Kontakte im Bereich der Kultur und Ausbildung zu ergänzen.

Die erfolgreiche Arbeit ist kaum ohne Unterstützung von städtischen Behörden möglich. Die Stadtverwaltung und  die Kulturabteilung leisteten eine große Unterstützung  bei der Organisation der  Ausstellung. Die Austellung hat die Leiterin der Kulturabteilung Daugavpils Eleonora Klescinska besucht und Organisatoren der Austellung herzlich fuer die Veranstaltung bedankt. Im Namen von der Stadtverwaltung wurde   das Wort dem Direktor  des Museums Ruta  Giptere erteilt. Sie erzaehlte ueber die langjaehrige Zusammenarbeit mit dem Verein der Deutschen „ERFOLG” in der Forschungen der regionalen Geschichte.

Die Vertretern der Universität Daugavpils Natalja Dajnovitscha und Austra Vanaga haben die Bedeutung der Austellung besonders fuer die junge Generation betont.

Latgale ist eine von den schönsten und multikulturellsten Regionen Lettlands mit vielen Traditionen und einer langen Geschichte. In der  Stadt arbeiten eine große Menge von Vereinen der verschiedenen Kulturen.  Der deutsche Verein  befindet sich in enger Zusammenarbeit  mit vielen örtlichen Vereinen.

Das Wort wurde der  Vertreterin des russischen Kulturzentrums „Russisches Haus” Natalja Bogdanova,  dem Vorsitzender des polnischen Vereins „Promien” Richard Stankewitsch, dem Vorsitzender des zigeunerischenVereins „Nevo Drom D” Vjaceslav Nefjodov, dem Leiter des Vereins der schöpferischen Intelligenz der Stadt ”Dina-Art” Jevgenij  Golubev, der Vertreterin des lettischen Vereins Genovefa Barkovska  erteilt.

Für die Teilnehmer der Ausstellung  bereitete die  Musikgruppe „Loreley“ ein schönes Konzertprogramm vor. Diese Gruppe ist nicht nur in Daugavpils und in Lettland, sondern auch bereits international bekannt geworden. In Repertoire der  Gruppe sind Lieder der deutschen Autoren und Komponisten, wie auch Volkslieder auf  Deutsch und Lettisch.

Am Ende wurden  alle Teilnehmer zum Empfang eingeladen, wo  sie in  einer ungezwungenen  Atmosphäre Ausstellungsgegenstände besehen hätten können.

Nach der Ausstellung  nahmen alle Interessenten am Seminar „Das Baltikum und die Deutschen“ teil.

 

Am Seminar haben die Deutschlehrer, Arbeiter der Bibliothek, sowie auch alle, die Interesse an die deutschbaltische Kultur , Sprache und Geschichte haben.

Den Seminar hate Gertje Anton mit einer Begruessungsidee eroeffnen. Die erste Referentin Renate Adolphi hat den Vortrag mit dem Thema «Kinderverse und andere Reimereien» vorbereitet.

Nach der Meinung von Renate Adolphi  soll der Deutschlehrer nicht nur die Sprache lehren, sondern die Interesse und die Liebe zu Sprache und Literatur wecken.  Um den Lernprozess attraktiver zu machen, hat Frau Adolphi empfohlen Kindergedichte, Kindersprueche sowie auch Spiele benutzen.

Sie hat eine interessante Lernmethode- Abwischmethode gezeigt. Nach jedem Durchlesen löscht man ein Wort in jeder Zeile.  Und wir lesen  das Gedicht noch einmal  laut und fügen in die erforderlichen Plätze die gelöschten Wörter ein.  Dann wiederholen wir das Verfahren.  Danach löscht man noch ein Wort  in jeder Zeile.  Und  wir lesen   wieder das Gedicht  laut und  versuchen die verschwundenen Fragmente wiederzugeben. Wir wiederholen das Verfahren  so lange bis   alle Wörter des Gedichtes  nicht verschwinden.  Im Ergebnis  –  lernten wir das Gedicht auswendig  spielend .   Die Teilnehmer   des Seminars   lernten  nach diesem   Methodik  das Gedicht vom Vorfahr  von Renate  Adolphi , der die  Kindergedichte   gedichtet hat. 

Ich danke Gott mit Harfenspiel

Dass ich in Werro wohne

und nicht am Ganges oder Nil

Noch in der heißen Zone.

Denn wächst auch hier nicht Ananas

Es wachst doch hier noch dies und das

Und manche Gartenfrüchte.

Im Unterricht mit den  Kindern der Grundschule und  im Vorschulalter ist es gut,   ein  Plüschtier  als Helfer einzuladen, um die Wörter ,  die mit Körperteilen  verbunden sind, zu  lernen.

Man kann die Benennung und die Rechtschreibung der  Zahlen lernen,  eine Stiefmutter aus dem  lustigen Gedicht malend.

Die Referentin erwähnte  über  die Erfahrung der Deutschbalten. Es ist bekannt, dass die baltischen Staaten multinational sind, vor allem  solche große Städte wie Riga.

 In diesen  Städten  lebten  oft  Familien, in denen man  in zwei Sprachen  gesprochen hat  und in der  Schule musste man  im dritten lernen. Und um  diesen Kindern  in der Schule zu helfen  lernte man   Poesie .

W gorod Rige ja radilsja

Hab ich erblickt das Licht der Welt.

Iotschen ja tam nachodilsja,

Weil mirs uschastno da gefällt.

Atjetz wollt zum  kupetz mich machen,

Ich sollt mit Hering torgowatj,

doch ich dacht an ganz andre Sachen

                         mit bab igratj.

Und als Franzus ins Land gekommen

hab ich  radosch von Wand genommen,

zu schützen gehn majo Zarja

Bei Gott,wie sind sie da geloffen

Klein bißchen kam nur nach Paris.

 

Renate Adolphi praesentierte  einen Kindergedicht-und Abzählreimeband  „Anku Dranku“.

Sie beantwortete mit Vergnügen   die Fragen der Teilnehmer des Seminars .  

Am zweiten Tag eröffnete das Seminar  Gertje Anton  .  Sie machte die Teilnehmer mit den Namen und Biographien der Deutschbalten , die  ihre Spuren in der Literatur zurückließen – Werner Bergengruen (1892-1964), Walter Feymann ( 1886-1945 ), Zenta Maurina (1897-1978) bekannt . Während des Berichts wurden Audio-Aufzeichnungen von Werken von diesen Autoren  in deutscher Sprache verwendet. Während der Diskussion konnten die Teilnehmer ihr Wissen über herausragende Landsleute verbessern.  Am Ende des Seminars schenkten die Gäste die Bücher -die Arbeiten  der deutschen Schriftsteller, in die lettische Sprache übersetzt  sind.

Nach allen Vorträgen war die Möglichkeit angeboten, sich an Diskussionen zu beteiligen.

Die Leiterin des Vereins der Dünaburger Deutschen „ERFOLG" Olga Jesse hat den Vortrag  über die Deutschen in Daugavpils präsentiert. Sie hat  für die Teilnehmer den Stadtrundgang organisiert. Die Gäste haben die Sehenswürdigkeiten der Stadt Daugavpils angesehen und besonders nah das Architekturerbe von Wilhelm Neumann (1849-1919), einen deutschen Architekt und Kunsthistoriker, der auch von 1878 bis 1895 der Hauptbaumeister der Stadt Daugavpils war, kennen gelernt.

Verein der Dünaburger Deutschen   „ERFOLG”
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